Nachgereicht: Arendts Beitrag zur “Causa Mbembe”

Die durch die Kritik des Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung Felix Klein an den Texten und Theorien von Achille Mbembe entfachte Debatte ist ein (erschreckend) passendes Beispiel für die Herausforderung im Politischen die Pluralität der Perspektiven abzubilden. Nicht zuletzt, weil Mbembe sich in seiner Theorie und seiner Verteidigung gegen die Vorwürfe antisemitischen Gedankenguts Hannah Arendt zu seiner Gewährsfrau macht, ist es hilfreich ihren Begriff der Pluralität, in den sie uns in ihrem Text „Sokrates. Apologie der Pluralität“ einführt, in diesem Kontext zu beleuchten. Pluralität und die damit einhergehende Widersprüchlichkeit sind entscheidend für das dekolonisierende Denken von Mbembe.

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Opportunismus und Konformität

In der Debatte um die Sinnhaftigkeit der Corona-Maßnahmen kann man eine Beobachtung machen, die nach mehr Aufmerksamkeit verlangt. Ähnlich wie bei der seit jeher geführter Diskussion um die „Impfpflicht“ wird eine Personengruppe sichtbar, die sich mit nebulösen Quellen wappnet, um ihrer Argumentation Schlagkraft zu verleihen.

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Gesellschaft der potenziell Erkrankten

In seinem dieser Tage wieder vielgelesenen Roman „Die Pest“ macht Albert Camus auf den ersten Seiten eine interessante pre-pandemische Beobachtung über die moderne Stadtgesellschaft im algerischen Oran: „Ein Kranker ist hier sehr allein“. Grund dafür, so Camus, ist die Gefühllosigkeit der Stadt mit dem geistlosen Gesicht. Das gesellschaftliche und geschäftliche Treiben, der kapitalistische Exzess, dem der Kranke nicht mehr folgen kann, lässt ihn vereinzelt zurück. Ich glaube nicht, dass die aufmerksame Leserin dieser Tage in Camus Schrift wie sonst nach dem Sinn des Lebens sucht. Vielmehr geht es um die durch den Katastrophenfall aufgeworfene Frage, wie wir leben sollen. (Um die Kritik vorwegzunehmen. Ich akzeptiere durchaus, dass die Frage wozu wir leben für manche nicht von der Frage wie wir leben zu trennen ist.)

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Abschlussrede: Die Universität in der Demokratie

In der Abschlussrede vom 4. April 2019 an der Hochschule für Politik war es uns ein Anliegen, theoretische Überlegungen mit ganz praktischen politischen Forderungen zu verknüpfen, die das Studium für kommende Studierende erleichtern können. Ebenso war es uns wichtig zu betonen, wie sehr wir die Zeit des Studiums der “Politischen Wissenschaften” an der Hochschule für Politik genossen haben. Die Rede hier zum Nachlesen veröffentlicht.

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Erkenntnisse nach Bayern und Hessen

Die Landtagswahlen in Hessen und in Bayern haben die Erosion der Volksparteien im Fall der Union bestätigt – und im Fall der SPD scheinbar endgültig besiegelt. Angela Merkel hat nach dem Ergebnis in Hessen ihren Rückzug aus der Politik angekündigt. Zuerst soll im Dezember der Parteivorsitz abgeben werden, nach 2021 (so geplant) die Kanzlerschaft. Merkels Kanzlerschaft steht in den letzten Jahren symbolisch für eine Politik der Feindbilder.

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Heimat ist kein eindimensionaler Begriff

Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund (ein unsäglicher Begriff der Statistik, der abgeschafft gehört wie Ferda Ataman richtig fordert) haben eine gemeinsame Erfahrung – unabhängig davon, ob sie eingewandert sind oder hier geboren. Die Konfrontation mit der Frage: „Woher kommst du?“. 

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Was in Simbabwe passiert

Ergänzend zu den Medienberichten in Deutschland: Anfang dieser Woche hat sich das Militär unter der Führung von General Constantino Chiwenga zu der Entscheidung durchgerungen, der Regentschaft des langjährigen Präsidenten Robert Mugabe vorübergehend ein Ende zu setzen. Mittwoch morgen wurden strategische Punkte in der Hauptstadt Harare vom Militär besetzt.

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